Wissenschaftler haben entdeckt, dass ein altersbedingter Gedächtnisverlust vorübergehend umgekehrt werden kann, indem eine harmlose Form der elektrischen Stimulation des Gehirns verwendet wird. Die Studie konzentrierte sich auf einen Teil der Kognition namens "Arbeitsgedächtnis", das entscheidend ist für eine Vielzahl von Aufgaben wie Gesichtserkennung, Mathe und die Navigation in einer neuen Umgebung. Es ist bekannt, dass dies mit dem Alter stetig abnimmt und vermutlich auf eine Diskrepanz zwischen zwei bekannten Gehirnnetzwerken zurückzuführen ist, die als präfrontale und temporale Regionen bekannt sind. Bei jungen Menschen neigt die elektrische Gehirnaktivität in diesen beiden Regionen dazu, rhythmisch synchron zu laufen, jedoch nicht so sehr bei älteren Menschen.
Es wurden zwei Gruppen in der Forschung verwendet: eine mit Personen im Alter von 20 bis 29 Jahren und die andere mit Personen im Alter von 60 bis 76 Jahren. Zuerst wurden Tests mit Arbeitsgedächtnisaufgaben durchgeführt, und die ältere Gruppe war langsamer und weniger genau bei den Tests. Anschließend unterzogen die Wissenschaftler beide Gruppen einer 25-minütigen nicht-invasiven Hirnstimulation mit dem Ziel, die beiden Zielregionen des Gehirns zu synchronisieren, indem sie sanfte elektrische Impulse an das Gehirn weitergaben. Das Ergebnis war, dass das Arbeitsgedächtnis der älteren Gruppe verbessert wurde, um mit der jüngeren Gruppe übereinzustimmen, und der Effekt hielt mindestens 50 Minuten nach der Stimulation an. Interessanterweise zeigten diejenigen, die bei den anfänglichen Tests die schlechteste Punktzahl erzielten, die größte Verbesserung. Obwohl weitere Studien erforderlich sind, um die Ergebnisse zu bestätigen und zu bewerten, wie sie klinisch angewendet werden könnten, sind die Ergebnisse vielversprechend und könnten zu einer signifikanten Verbesserung des Gedächtnisses bei älteren Menschen sowie zur Behandlung von Störungen wie Alzheimer und Schizophrenie führen.