Forscher der Universität Wisconsin haben herausgefunden, dass Güte bei Menschen erlernt werden kann; mit anderen Worten, wir können lernen, Mitgefühl für andere zu empfinden, genauso wie wir viele andere Fähigkeiten lernen können. Dies ist eine der ersten Studien dieser Art, die zeigen, dass das Training von Erwachsenen in Mitgefühl dazu führt, dass sich die Funktionsweise unseres Gehirns ändert, sodass wir auf natürliche Weise freundlicher und gütiger sind und uns besser "verbinden" können.
In dieser Studie wurden junge Erwachsene darauf trainiert, mitfühlende Meditation zu praktizieren, eine alte buddhistische Technik, die das Empathie- und Mitgefühlgefühl für gestresste und leidende Menschen erhöht. Die Teilnehmer sahen einen Moment, in dem jemand litt, und übten dann, zu wünschen, dass ihr Leiden gelindert würde. Sie wiederholten Sätze, um sich auf diese mitfühlenden Gefühle zu konzentrieren, wie z.B.: "Ich wünsche dir, dass du von deinem Leiden befreit wirst. Ich wünsche dir Glück und Ruhe".
Sowohl vor als auch nach ihrem 'Mitgefühls-Training' sahen die Teilnehmer Bilder, die menschliches Leiden zeigten, während ihre Gehirnreaktionen mittels Magnetresonanztomographie-Bildgebung gemessen wurden. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass nach dem Training eine signifikant höhere Aktivität in den Bereichen des Gehirns vorhanden war, die für Empathie und das Verständnis anderer zuständig sind.
Helen Weng, Absolventin der klinischen Psychologie und Hauptautorin der Studie, erklärte: 'Wir wollten untersuchen, ob Menschen lernen können, sich dem Leiden anderer mit Mitgefühl zu nähern, anstatt sich davon zu distanzieren. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Mitgefühl durch Training entwickelt werden kann. Es ist so etwas wie das Training mit Gewichten... wir haben herausgefunden, dass Menschen ihren 'Mitgefühlsmuskel' stärken und auf das Leiden anderer mit Achtsamkeit und dem Wunsch zu helfen reagieren können'.