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Stress überwinden in Zeiten von Covid

Von Jerry Brownstein

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Veröffentlicht in Ibicasa Magazine am 13/02/2022

Die als Reaktion auf Covid-19 eingeführten Richtlinien und Beschränkungen haben unser Leben in vielerlei Hinsicht aus dem Gleichgewicht gebracht  – wirtschaftlich, emotional und physisch. Dies ist ein Virus, das sich leichter verbreitet als andere, daher ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion hoch, aber die meisten Menschen mit einem starken Immunsystem haben nur leichte Symptome, wenn sie es bekommen. Die Gefahr besteht vor allem für ältere Menschen und Menschen mit bestehenden gesundheitlichen Problemen. Die ständige Berichterstattung der Mainstream-Medien hat jedoch allen – sogar gesunden Menschen – Angst vor diesem Virus gemacht. Außerdem wurden uns viele unserer Freiheiten genommen. Diese Kombination aus Angst und Unsicherheit hat einen immensen Stress verursacht, der sehr gefährlich für unsere Gesundheit ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass Stress ein wichtiger Faktor bei Herzerkrankungen, Verdauungsproblemen, Autoimmunerkrankungen, chronischen Schmerzen und vielen Krebsarten ist. Wenn Sie sich gestresst fühlen, erhöht dies Ihren Blutdruck, schwächt Ihr Immunsystem und beschleunigt den Alterungsprozess. Wir müssen den übermäßigen Stress, den wir in den letzten zwei Jahren aushalten mussten, heilen, und der erste Schritt besteht darin, zu verstehen, woher er kommt.






Die Hauptursache für Stress ist unser Überlebensinstinkt. Wie jedes andere Tier reagiert auch das menschliche Wesen auf Bedrohungen, die unser Überleben gefährden könnten. Diesen Instinkt nennt man auch „Fight or flight“ (auf dt.: Kampf oder Flucht). Eine instinktive Reaktion des Körpers, der sich bei Bedrohungen darauf vorbereitet, sich entweder auf den totalen Kampf oder die sofortige und schnelle Flucht einzustellen. Und das funktioniert so: Wenn das Gehirn Gefahren signalisiert, wird Adrenalin und Kortisol in den Blutkreislauf eingespeist. Diese Stoffe lösen eine starke körperliche Reaktion aus: Der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an, die Atmung wird flach und schnell, man hört auf zu verdauen, das Immunsystem wird unterdrückt und alle Sinne sind in voller Alarmbereitschaft. Das bringt den Körperrhythmus komplett aus dem Gleichgewicht. Und dieser hält sie normalerweise gesund, indem er 90 % seiner Energie für das Wachstum und die Erneuerung verwendet. Der Kampf- oder Fluchtinstinkt blockiert diese vitalen Funktionen und lenkt fast die gesamten Energien auf den zu erwartenden Ernstfall.






Dieser vorrübergehende Verteidigungsmechanismus ist in einem gefährlichen Umfeld fürs Überleben essentiell. Aber wird er nicht schnell beendet, führt er zu ernsten körperlichen Beschwerden und chronischen Krankheiten. Für unsere Vorfahren war der Kampf- oder Fluchtinstinkt perfekt geeignet, wenn sie sich in lebensbedrohlichen Situationen befanden, in denen sie sich beispielsweise gegen ein gefährliches Wildtier wehren mussten. Ihr Körper bereitete sie in solchen Momenten auf den Kampf oder die Flucht vor, aber verschwand das Tier oder wurde getötet, entspannte sich der Urmensch... die Angst ließ nach und die Stressreaktion löste sich auf. Seine Körperfunktionen normalisierten sich und kehrten in den normalen Zustand des Wachstums und der Erneuerung zurück. Der Unterschied besteht heute darin, dass die meisten Nachrichten, die wir hören, auf Angst basieren, sodass wir uns ständig bedroht fühlen. Angst ist in den Medien allgegenwärtig, weil sie Aufmerksamkeit erzeugt, die das Einkommen steigert, und Covid hat dies auf eine neue Ebene gebracht.






Wenn wir unseren Geist mit ängstlichen Gedanken füllen, wird die Kampf- oder Fluchtreaktion aktiviert. Der Grund dafür ist, dass sich unsere Fähigkeit, Gedanken zu visualisieren, schnell weiterentwickelt hat, während sich unser System, Gefahren zu begegnen, kaum verändert hat. Wir sind in der Lage, mentale Bilder zu erzeugen, die dem primitiven Teil des Gehirns, der Kampf oder Flucht auslöst, völlig real erscheinen – so reagiert es auf jeden ängstlichen Gedanken, als ob wir körperlich bedroht würden. Aus diesem Grund schalten wir ständig unser Rettungssystem für den Notfall ein. Das perfekte Beispiel dafür ist, wenn sich Menschen darum sorgen, was in ihrem Leben passieren oder nicht passieren wird. Wenn man sich den Kopf darüber zerbricht, was in einer Situation alles schief gehen kann, wird der primitive Teil des Gehirns angesprochen und dort erscheinen diese negativen Gedanken als real. Denn dieser Teil des Gehirns kann den Unterschied zwischen der Realität und einem Gedankenkonstrukt nicht erkennen. Das Gehirn reagiert deshalb so, als sei das negative Ereignis tatsächlich eingetreten, wodurch eine Stressreaktion ausgelöst wird. Kein Wunder, dass es heißt: „Sich Sorgen zu machen, sei die schlechteste Art und Weise seine Vorstellungskraft zu nutzen.“.






Die gute Nachricht ist, dass es viele bewährte Mittel gibt, um Stress zu reduzieren und es gibt einfache Werkzeuge, die Ihnen helfen, damit gut umzugehen. Regelmäßige Übungen eignen sich bestens, um körperliche Stressreaktionen zu reduzieren. Egal, welche körperliche Betätigung Sie wählen, wichtig ist, dass Sie diese regelmäßig ausführen: Egal, ob Sie Yoga oder Qi Gong machen, ob Sie joggen oder ins Fitnessstudio gehen etc. Auch ein Spaziergang durch schöne Natur kann beruhigen und helfen, Stress zu mindern. Unter Freunden zu sein, mit denen Sie Ihre wahren Gefühle teilen können, ist erholsam und beruhigend. Aber vielleicht am wichtigsten ist die Meditation – diese kraftvolle Praxis, die man leicht in seinen Alltag integrieren kann. Zahlreiche Studien belegen, dass Meditation Stress lindert und der körperlichen und geistigen Gesundheit zuträglich ist. Schon fünf Minuten Meditation täglich reichen aus, um den Geist zu beruhigen, den Körper zu entspannen und den Stressprozess umzukehren und es ist auch ein Weg zu einem tieferen inneren Frieden und einer „neuen Normalität“, die positiv und voller Hoffnung ist.




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