Aber in der Schule war er miserabel, verfügte über einen nur mittelmäßigen akademischen Verstand, zudem wurde er mit zunehmendem Alter immer rebellischer. Als er 17 Jahre alt war, hielt Roger es nicht mehr aus. Er wollte das reale Leben kennenlernen, er verabschiedete sich von der Langeweile und der Konformität und floh nach Paris. Ein drei Jahre langes Abenteuer folgte, er reiste durch ganz Südeuropa, von Portugal bis zum Libanon. Meist abgebrannt, aber manchmal begleitet von einer seiner ersten Freundinnen. Massentourismus gab es noch nicht, die Straßen waren leer und die Einheimischen gastfreundlich. Diese Periode seines Lebens prägte ihn besonders, gerne erinnert er sich an sie. Er verliebte sich in die Schönheit, das Klima und die freundliche Atmosphäre der Mittelmeerländer. All das hatte einen starken Einfluss auf sein Leben.
Aber weil er glaubte, einen Fehler gemacht zu haben, kehrte er nach London zurück. Dort versuchte er sich in die Gesellschaft zu integrieren, bekam einen Job beim Fernsehen und fand ein Studio, in dem er seine künstlerischen Ideen entwickeln konnte. In dieser Zeit fertigte er Op Art-Skulpturen aus Glas und Spiegelstücken. Aber die Sehnsucht nach der Sonne und dem Frieden des Landlebens zogen ihn wieder nach Frankreich – und später nach Spanien.

Und so gab es nur einen Weg für diesen eigensinnigen Romantiker: Er wollte die Schönheit der Landschaft malen und dies als eine Art Meditation betrachten. Ohne Kompromisse, ohne Nebenjobs oder andere geschäftliche Ablenkungen. Und so nahm er sich ein Jahr Zeit, um an der Akademie für Schöne Künste in Paris Aktzeichnen zu lernen. Zurück auf Ibiza verkaufte er seine ersten Bilder. Und so begann die lange Geschichte eines Alltagslebens, in dem vor allem die Improvisation zählte. Aber immer schien die Insel ihn zu unterstützen, mit einem Schlafplatz oder mit einer Mahlzeit.
Das war vor etwa vierzig Jahren – und Roger ist immer noch hier und malt die Landschaften und Details der Insel. Normalerweise arbeitet er draußen, immer mit Ölfarben und auf Leinwand. „Meine Kunst ist nicht illustrativ oder konzeptionell, sie verfolgt keine Idee. Sie kommt aus einer Quelle jenseits des Intellekts, man mag es Inspiration oder Intuition nennen. Wenn meine Persönlichkeit einschreitet, was oft passiert, wird ein Bild leblos“, verrät der Künstler. Im Winter reist Roger oft nach Asien, in den letzten Jahren meist nach Kambodscha, wo er eine Nichtregierungsorganisation für Kinder aus sehr armen Familien ins Leben rief. Ansonsten führt er ein einfaches Leben, nach Nordeuropa zieht es ihn nur noch sehr selten.

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