Alex wurde 1976 in Valencia geboren. Als er zwei Jahre alt war, ließen sich seine Eltern auf Ibiza nieder, mit ihm und seinen beiden älteren Brüdern im Gepäck. Er erinnert sich noch gut an seine ersten Schuljahre in den mit Pinien bewachsenen Bergen von San Antonio, dort konnte sich seine Kreativität bestens entfalten. Später, als er bereits in der Sekundarstufe war, malte er preisverdächtige Bilder, schlug sich hervorragend in Schachturnieren und entwickelte seine Liebe und Leidenschaft zur Musik. Inspiriert von progressiver und psychedelischer Musik, wie der von Pink Floyd, lernte er schon früh Gitarre spielen. Später tourte er mit diversen Bands über die Insel.
Nach seinem Schulabschluss sammelte er Erfahrungen in der Restaurationsbranche. Kurz darauf entschied er sich, sein unternehmerisches Interesse, sein gastronomisches Know How und seine Liebe zur Musik zu verbinden – und auf ein Immobilienobjekt im Hafen von Santa Eulalia zu konzentrieren. Das Lokal war seinem Vater, der einen großen Teil des Hafens gebaut hatte, 1996 geschenkt worden. Als Gegenleistung für die Arbeit, die er geleistet hatte.
Die Familie musste das Gebäude renovieren, bevor die erste und einzige offizielle Live-Musik-Bar in Santa Eulalia eröffnet werden konnte: das Guarana. Allerdings ließ sich das Rathaus bei der Erteilung der Live-Musik-Lizenz viel Zeit, man machte sich Sorgen, dass der Club die Nachbarn stören könnte. Dennoch eröffnete das Guarana noch im gleichen Jahr, mit Resident DJ Matt Caseli an den Turntables, der mit Electro und Garage die Underground-Szene anlockte. Schnell akzeptierten die Jugendlichen aus der gesamten Region den neuen Partyplatz, denn hier konnte man bis in die frühen Morgenstunden wunderbar abfeiern.

Die sonntäglichen Veranstaltungen hatten Erfolg, deshalb wurden sie auch an Wochentagen veranstaltet, und gerne engagierte Alex Musiker, die DJ-Sets begleiteten. Nicht selten spielte Multitalent Alex bei solchen Gelegenheiten selbst Gitarre. Alex gibt zu, dass er ein Workoholic ist, er habe immer höchste Ansprüche an sich selbst. Deshalb kaufte er 2009 das Restaurant neben seinem Lokal, renovierte es und eröffnete das „El Café”. Aber nach zwei Jahren musste er feststellen, dass es einfach unmöglich war, einen Nachtclub und ein Tages-Café gleichzeitig zu führen. Deshalb vermietete Alex das Restaurant, und ein Jahr später auch die Bar, denn er brauchte dringend eine Auszeit. Nachdem er seinen Betrieb 15 Jahre mit Vollgas geführt hatte, sei er kurz vor dem Burnout gewesen, außerdem habe er mehr Zeit mit seinen Töchtern verbringen wollen, erzählt er.
Und so konzentrierte er sich ein Jahr lang voll und ganz auf seine Töchter Mareike, 15, und Mia, 5. Diese Zeit reichte ihm, um aufzutanken und sich mit frischer Energie in ein neues unternehmerisches Abenteuer zu stürzen. „Ich habe die Zeit mit meinen Töchtern sehr genossen, und hätte sie gegen nichts eintauschen wollen, aber 17 Jahre Guarana lassen sich nicht einfach wegwischen, nach meiner Pause war ich bereit für einen Neuanfang“, gibt Alex zu. Und so kehrte Alex in diesem Sommer zurück ins Geschehen, mit dem festen Vorsatz noch mehr Live-Musik anzubieten. Auch hat er sein Konzept verändert, denn während seiner Auszeit ist ihm klar geworden, dass sich ein gutes Unternehmen immer dem Wandel der Zeit anpassen muss. Ibiza verändere sich, es sei Aufgabe der Gastronomen und Unternehmer sich an die neuen Anforderungen und Gegebenheiten anzupassen, damit man auch ein anspruchsvolleres Publikum bedienen könne. Wer in dieser Branche überleben wolle, müsse sein Angebot ständig verbessern und attraktiver machen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Und weil Alex sich mit der Live Musik eng verbunden fühlt, hat er seinen DJ-Club in eine perfekte Bühne für Live-Auftritte verwandelt. In diesem Sommer hatte das Guarana täglich von 20 bis 6 Uhr morgens geöffnet. Mit Live-Musik. Von donnerstags bis sonntags legte außerdem sein Resident-DJ Tom (alias Mr Squid) auf, als kleine Hommage an die frühere Underground-Ära. Aber der Sound hat sich verändert, die elektronische Musik im Guarana ist gereift – ebenso wie Alex – und heute wird ein eklektischer Mix aus Surf- und Retro Funk, Vocals, Latin und Jazz House aufgelegt. Seinem Stil ist Alex dennoch treu geblieben.
In diesem Winter wird das Guarana jeden Abend Live-Musik bieten, es darf natürlich getanzt werden. Das Programm ist speziell abgestimmt auf Einheimische und ausländische Residenten, die in angenehmem Club-Ambiente die besten Musiktalente der Insel kennenlernen können. Egal, welcher Nationalität sie sein mögen. Auch die preisgekrönte, heimische Band La Mala Hierba wird auftreten. So haben die Insulaner das ganze Jahr über – aber vor allem in den langen Winternächten – die Möglichkeit, bis in die Morgenstunden bei guter Musik zu feiern und zu tanzen.

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