Vor nur 15 Jahren wurden alle Abfälle aus Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens, direkt auf die Mülldeponie gebracht. Doch dank des drastischen Kurswechsels der Stadt ist Ljubljana die erste europäische Hauptstadt, die sich dazu verpflichtet hat, bis 2025 Nullabfall zu erreichen und mindestens 75% ihres Mülls zu recyceln. Im Jahr 2002 begann man mit getrennter Sammlung von Papier, Glas und Verpackungen in Straßencontainern. Vier Jahre später begann die Stadt mit der Haustürabholung von biologisch abbaubaren Abfällen, und im Jahr 2013 erhielt jede Immobilie Behälter für Verpackungsabfälle. Das regionale Abfallwirtschaftszentrum (die modernste Anlage Europas zur Behandlung biologischer Abfälle) wurde 2015 eröffnet und verwandelt 95% der Lebensmittelabfälle in recycelbare Materialien, feste Brennstoffe und Kompost. Aber dieser Wandel betrifft nicht nur die Verarbeitung, sondern auch Prävention, Wiederverwendung und Recycling spielen eine wichtige Rolle. Zero-Waste-Läden sind ein wachsender Trend in Ljubljana, und die Stadt verfügt auch über zwei Recyclingzentren für Haushaltsabfälle, in denen intakte Gegenstände wiederverwendet oder zu niedrigeren Preisen verkauft werden. Es gibt wöchentliche Workshops, in denen Bürgerinnen und Bürger lernen, defekte Gegenstände zu reparieren, und die Ergebnisse sind beeindruckend. Im Jahr 2008 wurden in Ljubljana nur 29% der Abfälle recycelt, während diese Zahl heute bei über 68% liegt und die Mülldeponie der Stadt 80% weniger Abfall erhält. Obwohl die Altstadt der Stadt voller Touristen ist, bleibt sie sauber und fast jede Ecke enthält separate Müllbehälter zum Recycling. Zudem reinigen spezielle Fahrzeuge die Straßen mit Regenwasser und biologisch abbaubaren Reinigungsmitteln.