Wie alle Hundebesitzer wissen, ist die tägliche Routine für das Wohlbefinden von Hunden essentiell. Durch moderne Technologien ist Lyns Arbeit zwar etwas einfacher geworden, aber im Grunde tut sie das, was sie im Laufe der Jahre immer getan hat. Wenn die Sonne aufgeht, machen sie und ihre Hündchen auf dem etwa elftausend Quadratmeter großen Grundstück den ersten Spaziergang des Tages. Dort haben alle ausreichend Auslauf. Danach beginnt sie mit der „Landarbeit“, der Reinigung des Hundegeländes, allerdings nicht wie früher per Hand, sondern mit ihrem modernen bionischen Ladebagger. Nach einer schnellen Tasse Tee und dem Katzenfüttern (zur Zeit etwa zwanzig Tiere), wird Futter an ihre Hunde verteilt – eine Kombination aus Reis, Hundefutter und frischem Fleisch, das der Schlachter großzügig zur Verfügung stellt. Danach folgt der zweite Spaziergang. Nach dem Frühstück gehört eine kleine Einkaufstour zum Tagesprogramm oder ein Besuch beim Friseur – allerdings nicht für Lyn, sondern für ihre Hunde. Im Sommer müssen viele aus der Meute wegen der Hitze wie Schafe geschoren werden. Heutzutage muss Lyn zum Tierarztbesuch nur noch einen kurzen Trip in die Stadt unternehmen, statt den Transporter mit ihren haarigen Freunden zu beladen und auf die Fähre nach Palma zu fahren, wie das früher der Fall war. Nachdem alle ihre Siesta gehalten haben, wird das Futter für den nächsten Tag vorbereitet, danach folgt der Abendspaziergang. Aber nicht, bevor die Katzen erneut gefüttert wurden. Sobald es dunkel wird, kann Lyn dann ein wenig ausruhen und Fernsehen schauen. Das TV-Gerät ist eine Neuerung in ihrem Haus, es zog erst vor fünf Jahren ein! Lyn’s Familie ist glücklich. Kämpfe gibt es nicht, denn Lyn hat ausreichend Erfahrung, um auch die neuen Mitglieder in das Rudel zu integrieren. Was allerdings nicht bedeutet, dass es keinen Zank geben würde, wie in jeder Familie, aber gekämpft wird nicht. Und was haben fünf Jahrzehnte Erfahrung Lyn gelehrt? „Hunde brauchen nur drei Dinge“, sagt sie: Futter, Auslauf und Liebe. Falls wir das Leiden der Inseltiere lindern wollen, hilft nur Sterilisation und Kastration, meint sie. Nur so könnte verhindert werden, dass viele nicht gewollte wilde Tiere getötet werden oder eingeschläfert werden müssen. Lyn würde sich wünschen, dass der Mensch weniger grausam mit Tieren umgehen würde. Und sie ist überzeugt, dass sich die Tiere genau das gleiche wünschen.
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