Finnische Schüler erzielen weitaus bessere Noten in Mathematik, Naturwissenschaften oder Lesen, als die anderer Länder. Das verwirrt internationale Pädagogen, denn das finnische Bildungssystem schwimmt gegen den Strom der „Globalen Bewegung zur Bildungsreform“ (GERM). Ein weltweit verbreitetes Modell, das auf Kernpflichtfächern, Konkurrenzdenken, Standardisierung sowie Tests und Kontrollen beruht. In Finnland ist das anders: Die Einschulung beginnt erst im Alter von sieben Jahren, es gibt nur wenige Hausaufgaben und Klassenarbeiten werden erst geschrieben, wenn die Schüler das Teenageralter erreicht haben. Die beeindruckenden Ergebnisse dieses so unterschiedlichen Bildungssystems haben weltweit die Aufmerksamkeit von Pädagogen und Regierungen geweckt.

Das finnische Grundschulsystem reicht vom siebten bis zum 16. Lebensjahr. Danach entscheiden sich die meisten Schüler jedoch für eine weiterführende Berufsschule oder eine akademische Ausbildung. Laut Dr. Shalberg beruht der Erfolg des Systems darauf, dass es in den ersten sechs Jahren nicht um akademische Resultate gehe. Man bewerte die Schüler nicht, stattdessen habe das Lernen und Entdecken der eigenen Vorlieben Priorität.
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