Viele Menschen hinterfragen die Wirksamkeit und Relevanz unserer aktuellen Bildungssysteme. Es wird angenommen, dass viel Zeit damit verbracht wird, Dinge zu lernen, die für die Schüler nicht interessant sind und nicht von Nutzen für ihr zukünftiges Leben sind. Es wurden viele alternative Methoden wie Montessori- und Steiner-Schulen geschaffen, aber vielleicht ist das beste Beispiel für eine praktische Bildungsreform in Finnland zu finden. Die Schüler in Finnland erzielen systematisch hohe Punktzahlen in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen im Vergleich zu anderen Ländern. Dies ist für internationale Bildungsexperten verwirrend, da das finnische System gegen den Strom des bekannten konventionellen Standards als “globale Bildungsreformbewegung” läuft. Dieses weit verbreitete Modell basiert auf Kernthemen, Kompetenzen, Standardisierung, Rechenschaftspflicht und testbasierten Kontrollen. Im Gegensatz dazu beginnt die formale Schulbildung in Finnland erst im Alter von sieben Jahren, Hausaufgaben sind minimal und Prüfungen beginnen erst, wenn die Schüler Teenager sind. Die beeindruckenden Ergebnisse dieses radikal anderen Bildungsstils haben die Aufmerksamkeit von Lehrern und Regierungen auf der ganzen Welt auf sich gezogen. Dr. Pasi Shalberg, ein finnischer Bildungsexperte, sagt, dass hochwertige Lehrer das Herzstück der erfolgreichen Bildungsgeschichte Finnlands sind. Es begann in den 70er Jahren, als die Regierung beschloss, dass alle Lehrer einen Master-Abschluss erlangen müssen, und dass die Regierung dies finanzieren würde. Als Ergebnis wurde der Lehrberuf sehr angesehen. Dies spiegelt sich darin wider, dass die Universität Helsinki normalerweise mehr als 2.400 Bewerber für 120 Plätze in ihrem voll subventionierten Master-Programm für Grundschullehrer hat. Tatsächlich ist es schwieriger, eine Lehrerausbildung zu absolvieren als Recht oder Medizin, ein hoher Kontrast zu anderen westlichen Ländern. Das finnische Grundschulbildungssystem erstreckt sich von 7 bis 16 Jahren, und danach setzen die meisten Schüler ihre Ausbildung in beruflichen oder akademischen Schulen fort.