Hawkings fruchtbarer Geist und seine Vorstellungskraft ließen ihn viele neue Theorien aufstellen, die das Fachgebiet der Kosmologie revolutionierten und Erkenntnisse darüber brachten, wie das Universum entstanden ist und wie es funktioniert. Aufgrund seiner radikalen Entdeckungen wurde er 1974 im Alter von 32 Jahren in die Royal Society aufgenommen. Fünf Jahre später übernahm er den Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik an der Cambridge-Universität, einen Posten, der zu den renommiertesten in Großbritannien zählt und den früher auch der große Isaac Newton innehatte. Der angesehene Astronom Lord Rees war einer seiner Kollegen und kannte ihn sowohl privat als auch als Wissenschaftler. „Stephen war weit davon entfernt, einer dieser archetypischen, weltfremden und absonderlichen Wissenschaftler zu sein. Mit seiner eigenen physikalischen Situation ging er erstaunlich unbefangen um. Seine Karriere war eine inspirierende Lebensleistung“, urteilte er und fügte hinzu: „Nur wenige, oder vielleicht keiner von Einsteins Nachfolgern, haben mehr dafür getan, unser Verständnis über die Schwerkraft, den Raum und die Zeit zu vertiefen.“
Trotz seines großen akademischen Erfolgs, war es das Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“, die Stephen Hawking zum Starruhm verhalf. 1988 veröffentlicht, hielt es sich 237 Wochen auf der Bestsellerliste der „Sunday Times“. Das Buch wurde in vierzig Sprachen übersetzt, mehr als zehn Millionen Exemplare wurden verkauft. Es beschreibt die komplexe Welt der Kosmologie in nicht technischer Weise, sodass auch der Durchschnittsleser die Struktur, den Ursprung, die Entstehung und schlussendlich das Schicksal des Universums verstehen konnten. Kosmopolitische Konzepte wie der Urknall, Schwarze Löcher, die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik drangen durch dieses Buch und daraus entstehende Videos ins Bewusstsein der Allgemeinheit.
Hawking war einer der größten Physiker unserer Zeit. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er auch den Albert Einstein-Preis. Aber weitaus wichtiger als seine wissenschaftlichen Erfolge war vielleicht die Inspiration, die er den Menschen gab. Einfach dadurch, dass er an die Spitze seines Berufszweigs gelangte, obwohl er an einer Erkrankung litt, mit der die meisten von uns wahrscheinlich nur vor sich hin gesiecht hätten. Über seine intensive Liebe zum Leben und das Wunder seines Überlebens äußerte er: „Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber ich habe es auch nicht eilig, zu sterben. Es gibt noch so viele Dinge, die ich vorher erledigen muss.“ •
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